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Automobilindustrie, Innovation, Sicherheit

Neue obligatorische Sicherheitssysteme für Autos

25 Januar 2022

Ab Juli 2022 werden in der gesamten Europäischen Union überarbeitete Vorschriften für die Verwendung neuer obligatorischer Sicherheitssysteme in verschiedenen Fahrzeugtypen in Kraft treten. Das Aktualisierung mit bis zu 30 Änderungen zielt vor allem darauf ab, die Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern im Straßenverkehr zu verbessern. Wie können sich Automobilhersteller auf die anstehenden Veränderungen vorbereiten?

Die Europäische Union fördert seit Jahren das Fahrrad als gesundes, umweltfreundliches und sicheres Verkehrsmittel. Viele europäische Städte verfügen über städtische Fahrradsysteme, und ihre Infrastruktur wird ständig ausgebaut, damit möglichst viele tägliche Pendler das Fahrrad nutzen können. Dieses Thema ist im Zusammenhang mit der COVID-Pandemie besonders wichtig geworden, als der Individualverkehr im Hinblick auf die Verringerung des Krankheitsrisikos als der sicherste angesehen wurde. Mit der steigenden Zahl von Personenkraftwagen wird es immer dringlicher, das Problem der Verbesserung der Sicherheit der „schwächsten“ Verkehrsteilnehmer, nämlich der Radfahrer und Fußgänger, zu lösen. Die Antwort der Europäischen Union auf dieses Problem ist die von der Europäischen Kommission überarbeitete Allgemeine Sicherheitsverordnung (General Safety Regulation) aus dem Jahr 2019. Aus ihr geht hervor, dass bereits ab dem 6. Juli dieses Jahres verschiedene Typen von Neufahrzeugen mit neuen obligatorischen Sicherheitssystemen ausgestattet werden müssen, was dank sichererer Autos zu weniger Unfällen mit Fußgängern und Radfahrern führen dürfte.

Eine Revolution bei aktiven Sicherheitssystemen in Autos

Die neue Verordnung enthält eine umfangreiche Liste von obligatorischen Sicherheitssystemen und -funktionen, mit denen neu hergestellte Fahrzeuge ausgestattet sein müssen. Gleichzeitig deckt ihr Geltungsbereich eine sehr breite Palette von Fahrzeugkategorien ab, von Personenkraftwagen über leichte Transporter und Busse bis hin zu Lastkraftwagen und Anhängern. Der Umfang und Anzahl der in der Verordnung aufgeführten Änderungen sind so groß, dass manche sie als die größte Revolution seit der Einführung von Sicherheitsgurten in Autositzen bezeichnen. Der Zeitplan für die einzelnen Anforderungen variiert je nach Art der Änderung und der Fahrzeugkategorie. So müssen beispielsweise ab Juli dieses Jahres alle neuen Personenkraftwagen mit einem Geschwindigkeitsbegrenzungsassistenten, einem Spurhaltesystem und einer Reifendruckmessung ausgestattet sein, während Lastkraftwagen und Busse ein fortschrittliches Notbremssystem an Bord haben müssen. Darüber hinaus müssen ab 2024 alle Fahrzeuge mit so genannten „Black Boxes“ zur Aufzeichnung von Unfällen ausgestattet werden, während Lastkraftwagen mit einem neuen BLIS (Blind Spot Information System) ausgerüstet werden müssen, um die Sicherheit von Radfahrern zu verbessern, die sich im so genannten toten Winkel befinden. Zwei Jahre später tritt auch die Pflicht zum Einsatz von Fahrermüdigkeitserkennungssystemen in Kraft. Spätestens ab 2029 gilt die Vorgabe zur Einführung des DVS-Direktsichtstandards in Lkw, der den Einsatz von Kameras oder Zusatzspiegeln erfordert. Nicht weniger wichtig ist die Regelung der passiven Sicherheitssysteme.

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Passive Sicherheitssysteme sollen verbessert werden

Kühlergrill aus EPP-Kunststoff
Kühlergrill aus EPP-Kunststoff.

Fortschrittliche aktive Sicherheitssysteme sollen Unfälle verhindern, während passive Sicherheitssysteme die negativen Auswirkungen solcher Ereignisse minimieren sollen, falls sie doch eintreten. Daher musste die neue EU-Verordnung zwangsläufig die Vorschriften zu passiven Sicherheitssystemen in Neuwagen ändern. Sie betreffen unter anderem die Erweiterung der Kopfaufprallzone durch z. B. einen Fahrradfahrer bis in den Bereich der Windschutzscheibe. Daher muss in Autos Sicherheitsglas verwendet werden. Mit Blick auf die Passagiere wurden auch neue Regelungen für die vorderen, seitlichen und hinteren Knautschzonen eingeführt. Geändert werden unter anderem die Anforderungen an die Konstruktion des Frontfußgängerschutzmoduls in Geländewagen, die in der bisherigen Gesetzgebung anders behandelt wurden als Stadtautos mit einem Gewicht von weniger als 2,5 Tonnen. Darüber hinaus werden Heck-Crashtests zur Pflicht, die bisher in der Europäischen Union nicht vorgeschrieben waren. Für die Industrie bedeutet dies eine Anpassung an ganz unterschiedliche Anforderungen, was wiederum zu einem sichereren Auto führen soll.

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Bedeutung der neuen Verordnung für die Automobilindustrie

Bedeutung der neuen Verordnung für die Automobilindustrie Automobilhersteller, Erstausrüster und deren Zulieferer stehen vor der Aufgabe, die Fahrzeuge und ihre Komponenten an die neuen Anforderungen anzupassen. Die Erwartungen an die neue Verordnung sind hoch, da sie nach Schätzungen der Autoren die Zahl der Verkehrsunfallopfer um 24 794 verringern und 140 740 schwere Verletzungen vermeiden wird. Einige dieser intelligenten Sicherheitssysteme sind bereits bekannt und werden in modernen Fahrzeugtypen eingesetzt, andere müssen von den Herstellern und ihren Zulieferern noch entwickelt oder verbessert werden. Knauf Industries verfügt über bewährte Technologien zur Herstellung von Autoteilen aus geschäumtem Polypropylen (EPP) für die Automobilindustrie und über umfassendes Know-how zur wirtschaftlichen Massenproduktion von Bauteilen für passive Sicherheitssysteme in einer Vielzahl von Ausführungen. Eine moderne Technologie zur Verarbeitung von geschäumtem Polypropylen und innovative 3D-Werkzeuge ermöglichen eine präzise Anpassung der Formen und Eigenschaften der Bauteile an die individuellen Anforderungen des Kunden und des Fahrzeugtyps. Das breite Portfolio umfasst ultraleichte stoßdämpfende Elemente für den Fußgänger- und Radfahrerschutz, Kühlergrills, Tür- und Dachhimmelverkleidungen sowie Sitzflächen und Kopfstützenkerne und vieles mehr. Hochwertige Komponenten erhöhen das Eigengewicht des Fahrzeugs nicht und sind äußerst langlebig sowie sicher, da sie sich bei einem Aufprall nicht auflösen, sondern in ihre ursprüngliche Form zurückkehren. Die Monomaterial-Produkte sind außerdem zu 100 % recycelbar und erfüllen somit perfekt die geltenden Umweltanforderungen.

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