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Investition, Automobilindustrie, Branchenmanagement

Die Produktion von Autoteilen aus EPP-Kunststoff hat im Werk Wrocław begonnen

03 Januar 2020

A new production line for EPP expanded polypropylene car parts has been launched at the Knauf Industries Wrocław production plant. This is another forward-looking investment that fits into the dynamic development of the automotive industry in Lower Silesia.

Niederschlesien gehört zur Gruppe der fünf Woiwodschaften, die zusammen 66% der Automobilproduktion in Polen erzielen. Die Intensivierung der Investitionen in dieser Region in den letzten Jahren hat dazu geführt, dass sie immer häufiger als das polnische Automobilrevier direkt neben Schlesien bezeichnet wird. Zu den größten Projekten, die nur im vergangenen Jahr gestartet wurden, gehören das Mercedes-Benz Motorenwerk in Jawor und die Getriebefabrik Wałbrzych für Hybridfahrzeuge von Toyota. Durch die Nähe eines großen akademischen Zentrums, den Zugang zu qualifiziertem Personal und über einem Dutzend Forschungs- und Entwicklungszentren werden hier heute nicht nur Standardkarosserieelemente oder traditionelle Motorsysteme produziert, sondern auch modernste Komponenten für Elektrofahrzeuge, wie die Investition von LG Chem in eine Lithium-Ionen-Batteriefabrik in Kobierzyce verdeutlicht. Dieser Trend wurde auch von Knauf Industries wahrgenommen, die in ihrem Werk in Breslau eine neue Produktionslinie für Autoteile aus expandiertem Polypropylenschaumstoff EPP gestartet hat. Wir sprechen mit Janusz Kołucki, Direktor der Fabrik von Knauf Industries in Breslau, über die Möglichkeiten und Perspektiven für die Entwicklung der Automobilindustrie in Niederschlesien.

Knauf Industries Wrocław ist bekannt für seine im Spritzgussverfahren hergestellten Fahrzeugkomponenten aus Kunststoff. Was war der entscheidende Faktor bei der Einführung des neuen Materials?

Dabei handelt es sich um einen zukunftsweisenden Werkstoff mit vielen Vorteilen, die für die aktuellen Herausforderungen der Automobilindustrie relevant sind.
Dabei handelt es sich um einen zukunftsweisenden Werkstoff mit vielen Vorteilen, die für die aktuellen Herausforderungen der Automobilindustrie relevant sind.

Das ist richtig, bisher haben wir in unserem Werk die Spritzgießtechnik von thermoplastischen Kunststoffen wie PP oder ABS eingesetzt, mit der wir unter anderem Pfosten, Stoßfängerelemente oder Böden herstellen. Die Inbetriebnahme der neuen Produktionslinie für pneumatisch geformte Fahrzeugkomponenten aus Polypropylenschaumstoff EPP betrachten wir als Ergänzung zu unserem Angebot, die neue Perspektiven eröffnet. Dabei handelt es sich um einen zukunftsweisenden Werkstoff mit vielen Vorteilen, die für die aktuellen Herausforderungen der Automobilindustrie relevant sind. Er zeichnet sich durch ein geringes Gewicht und eine hohe Festigkeit aus, und er absorbiert Stöße sehr gut, sodass die Sicherheit gewährleistet und gleichzeitig das Gewicht des Fahrzeugs reduziert werden kann. All dies führt dazu, dass der Polypropylenschaumstoff die schwereren und nicht recycelbaren traditionellen Schaumstoffe als Rohstoff für die Herstellung der Füllungen von Sitzen, Kopfstützen und Rückbänken erfolgreich verdrängt, sich aber auch hervorragend als Dämpfungselement in Stoßfängern eignet. Wir sehen auch ein erhebliches Potenzial dieses Materials als Rohstoff für die Herstellung von Transportverpackungen, unter anderem wegen seiner hohen Festigkeit und optimalen Wärmedämmeigenschaften einzusetzen.

Ist die EPP-Spritzgießtechnik derzeit stark gefragt?

Definitiv ja. Wir haben die Produktion Anfang Oktober aufgenommen und realisieren bereits fünf Projekte für Großkunden, darunter zwei Arten von stoßabsorbierenden Einsätzen in PKW-Stoßfängern und Werkzeugkästen, die in LKWs einer bekannten Marke zum Einsatz kommen werden. Derzeit fertigt Knauf Industries Wrocław auch Rückbänke mit Metallverstärkung für einen Hersteller, der für seine hohen Sicherheitsstandards bekannt ist. Dies ist eine recht komplexe Aufgabe, da der Rahmen während des Injektionsprozesses von EPP-Granulat umgeben sein muss und anschließend das gesamte Element mit einer Schaumstoffschicht umhüllt wird. Wir sind im Gespräch mit Vertretern zweier großer Automobilkonzerne und arbeiten auch an einem Projekt zur Herstellung von EPP-Verpackungen für einen unserer aktuellen Kunden. Neben den laufenden Aufträgen unterstützen wir auch ausländische Werke von Knauf Industries. Jüngstes Beispiel ist die Produktion für ein Schwesterwerk in Ungarn. Wie Sie sehen, ist viel los bei uns, und dies sind erst die ersten Monate seit der Inbetriebnahme der Linie.

Ist Ihrer Meinung nach der Standort des Werkes Knauf Industries Wrocław für die Entwicklung des neuen Projekts vorteilhaft?

Grundsätzlich ist Niederschlesien ein sehr guter Standort, sowohl logistisch als auch aufgrund der relativen Nähe zu aktuellen und potenziellen Kunden aus der Automobilindustrie. Die meisten Produktionsanlagen für EPP-Granulate, die zur Herstellung unseres Materials benötigt werden, befinden sich in Deutschland oder Tschechien. Eine gut entwickelte Verkehrsinfrastruktur sorgt für eine reibungslose Versorgung und kurze Wege reduzieren die Transportkosten. Dadurch können wir unseren Kunden attraktivere Angebote unterbreiten und eine hohe Zuverlässigkeit der Lieferungen garantieren. Unweit von hier befinden sich die Niederlassungen der größten Automobilhersteller, unter anderem in Jelcz-Laskowice, Gliwice oder Kvasiny in Tschechien. Von großer Bedeutung ist auch die Nähe zu einem großen Wissenschaftszentrum wie der TU Wrocław mit dem Lehrstuhl für Gießtechnik, Kunststoffe und Automatisierung. Wir lassen dort auch Gutachten erstellen, nutzen aber auch die Unterstützung durch Ausbilder, um Maschinenbediener auszubilden, was für die Einhaltung der Qualitätsstandards von entscheidender Bedeutung ist. Die Attraktivität dieses Standortes wird auch durch andere Großunternehmen aus der Industrie bestätigt – in unmittelbarer Nähe unseres Werkes wurde ein Industrie- und Produktionsgebiet errichtet, dass weiter ausgebaut wird.

Siehe auch: Autoteile aus Polen

Die Produktionslinie für EPP-Teile ist erst in diesem Jahr in Betrieb gegangen. Haben Sie bereits weitere Pläne, diese zu erweitern?

Wenn man bedenkt, wie viele Projekte und Gespräche bereits im Gange sind, ist es notwendig, unsere technischen und Produktionskapazitäten zu erweitern, was aber bereits geschieht. So haben wir beispielsweise unser Angebot um die Texturierung von geschäumten Polypropylenteilen mit moderner Technologie ergänzt, die es uns ermöglicht, Muster mit hoher Präzision aufzutragen. Damit kann den Teilen ein sehr attraktives Design verliehen werden ohne zusätzliche Bearbeitungsschritte, wie z. B. Folieren oder das Beziehen mit Stoffbezügen durchführen zu müssen. Im nächsten Jahr planen wir die Inbetriebnahme einer zweiten, automatisierten Produktionslinie mit einem Roboter, die die Bearbeitung komplexer Automobilkomponenten erleichtern und beschleunigen wird. Im Hinblick auf die folgenden Jahre denken wir auch über den Bau einer Linie nach, die es ermöglicht, EPP-Elemente zu folieren. Wir betrachten die diesjährige Eröffnung der neuen Produktion nur als den Anfang einer neuen Etappe. Wir arbeiten intensiv und sind immer noch auf der Suche nach neuen Produktionslösungen, die für unsere Kunden einen Mehrwert darstellen können.

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