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Qualität, Arbeiten bei Knauf, Team, Branchenmanagement

Ein guter Leader bietet Handlungsfreiheit

28 Januar 2020

Derzeit wird im Bereich des Personalmanagements viel über den sanften Ansatz gesprochen, den Steve Jobs perfekt beschrieb: „Es macht keinen Sinn, intelligente Menschen einzustellen und ihnen dann zu sagen, was sie zu tun haben; wir stellen intelligente Menschen ein, damit sie uns sagen können, was zu tun ist.“ Wir sprechen mit Alicja Zmorzyńska, Verkaufsleiterin bei Knauf Industries und Gewinnerin des Knauf Leadership Award 2019, über die humanistischen Aspekte des Geschäftslebens.

Frau Zmorzyńska, in Ihrem beruflichen Alltag wenden Sie in Ihrem Team den sanften Managementansatz an. Wie effizient ist er Ihrer Meinung nach?

Für mich war es immer das wichtigste Ziel, eine Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens aufzubauen. Ich bin der Meinung, dass Mitarbeiter Handlungsfreiheit erhalten sollten, sodass sie Entscheidungen treffen und für sich selbst verantwortlich sein können. Nur so kann man ein harmonisches und ausgereiftes Team bilden.

Welche Erfolge konnten Sie durch diese Strategie erreichen?

Ein Teil des Teams von Knauf Industries
Ein Teil des Teams von Knauf Industries

Als ich im Jahr 2017 bei Knauf Industries zu arbeiten begann, übertrug man mir die Aufgabe, die Verkaufsabteilung neu zu strukturieren; diese war mit unterschiedlichen Sektoren des Industriemarktes verbunden. Ich beschloss, eine neue, auf den Kunden ausgerichtete Strategie umzusetzen. Gemeinsam mit meinem Team konnte ich ein effizientes, kooperatives Team zusammenstellen, das nicht nur Neukunden akquiriert, sondern sich auch für die Bedürfnisse unserer Bestandskunden einsetzt. Auf einige Errungenschaften sind wir besonders stolz. Wir konnten mit einem der führenden Automobilhersteller einen großen Vertrag für 2021 unterzeichnen, führten Innovationen in unserem HLK-Angebot ein und entwickelten vollkommen neue Lösungen für das Segment der Akkus für Elektrofahrzeuge.

Sie haben bei Knauf eine Auszeichnung als beste Teamleiterin erhalten. Was muss man tun, um einen solchen Erfolg zu erzielen?

Ich möchte vor allem deutlich betonen, dass diese Auszeichnung, die ich erhalten habe, eigentlich die Arbeit unseres gesamten Teams würdigt, das aus 12 Personen besteht. Sie alle sind erstklassige Spezialisten in ihren Bereichen. Sie sind Tag für Tag an allen Phasen eines Projektes beteiligt, vom Umgang mit Angebotsanfragen bis hin zur Vorbereitung von Kunststoffteilen für die Produktion.

Der Erfolg eines Leaders hängt also eigentlich von der Arbeit des Teams ab?

Optimale Lösungen entstehen durch genaue Analyse und Erfahrungsaustausch.
Optimale Lösungen entstehen durch genaue Analyse und Erfahrungsaustausch.

Kunststoffteilen für die Produktion. Der Erfolg eines Leaders hängt also eigentlich von der Arbeit des Teams ab? Auf jeden Fall. Fundamentale Kenntnisse und Erfahrung spielen in unserer Arbeit eine wichtige Rolle, doch eine motivierende Atmosphäre, in der diese Elemente voll ausgenutzt werden können, ist mindestens ebenso wichtig. Durch diese Atmosphäre erlangen wir mit großem Engagement und Begeisterung neue Aufträge für unsere beiden polnischen Werke in Mszczonów und Breslau und erweitern das Kundenportfolio von Knauf Industries effektiv. Ich versuche auch, Soft Skills in das Team einzubringen. Wir sind über ganz Polen verteilt, weshalb es umso wichtiger ist, das Team untereinander zu vereinen, da dies den Gedankenaustausch und eine effiziente Zusammenarbeit fördert. Ich mag es, freundschaftliche Beziehungen aufzubauen und andere dazu zu ermutigen.

Sie müssen also in Ihrem Arbeitsalltag die Fähigkeit zu geschäftlichen Verhandlungen mit einem technischen Ansatz vereinen?

Das stimmt! Alle meine Teammitglieder verfügen über das nötige technische Wissen, um jene Produkte zu verstehen, die wir in den einzelnen Branchensektoren anbieten. Dies sind unterschiedliche Märkte wie Automobil, Haushaltsgeräte/-elektronik, HLK (Heizungs-, Lüftungs-, Klima- und Kältetechnik) oder „maßgeschneiderte“ Verpackungslösungen. Darüber hinaus nutzen wir zwei Kunststoffverarbeitungstechnologien – den Thermoplastenspritzguss und den Druckguss von Komponenten aus EPP und EPS. Bevor wir die Zusammenarbeit mit einem Kunden starten, führen wir eine ganz genaue Machbarkeitsanalyse für das Projekt durch und wählen die passendsten Lösungen aus. Dies ist eine komplexe Aufgabe, da jeder Kunde mit individuellen Erwartungen zu uns kommt. Für den Automobilbereich gelten beispielsweise bestimmte Fertigungsstandards. Diese müssen wir kennen und sie anwenden.

Was halten Sie vom sogenannten „harten Management“? Wenden Sie es mitunter in Ihrer Arbeit an?

Ich bin der Meinung, dass die ständige Kontrolle und das Ausgeben von Befehlen der Entwicklung der Mitarbeiter gar nichts bringt. Die beste Grundlage ist eine Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens, Respekts und gelebter Unterstützung. Ich bin eine eifrige Verfechterin jenes Ansatzes, den der bekannte Motivationstrainer Zig Ziglar so treffend beschrieb: „Sie bauen Menschen auf, die dann Ihr Geschäft aufbauen“. Mitarbeiter, die Handlungsfreiheit genießen, sind auf ihre Errungenschaften stolz, lernen aber auch aus ihren Fehlern. Ich biete viele Freiheiten, verliere jedoch die festgelegten Geschäftsziele niemals aus dem Blick. Immer wieder verschaffe ich mir einen Überblick, und wenn ich eine neue Möglichkeit wahrnehme, setze ich Kurs darauf und wir kommen gemeinsam einen Schritt weiter.

Sie leiten ein Team, das an unterschiedlichen Standorten in ganz Polen an zahlreichen Projekten arbeitet … Sicherlich gibt es von Zeit zu Zeit Situationen, die zu Stress oder Unruhe führen. Wie gehen Sie mit solchen Situationen um?

Natürlich kommt es in unserem Job zu Spannungen und Konflikten, die jedoch stets entspannt und diplomatisch gelöst werden können. So hat Stress keine Chance und man erreicht eine Win-win-Situation. Man muss einfach nur darüber sprechen und sich fragen: „Warum tun wir das?“. Mitarbeiter sind engagierter, wenn sie sehen, welche Bedeutung ihre Arbeit hat und wie sie zum allgemeinen Ziel beitragen. Ich wende auch jene Werte an, von denen ich glaube, dass sie für meine Mitarbeiter im Kundenkontakt wichtig sind. Für mich persönlich gibt es die Unterscheidung zwischen B2B- und B2C-Verträgen nicht. Die andere Partei ist kein Auftragnehmer, Mitarbeiter oder Kunde – es sind immer Menschen, die man inspirieren und unterstützen kann und mit denen man auf der Grundlage des gegenseitigen Vertrauens zusammenarbeitet. Und Vertrauen ist die beste Grundlage aller Beziehungen.

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